Sicherheitsglas kaufen & der Heißlagerungstest beim ESG

Der der Konfiguration Ihres individuellen Einscheibensicherheitsglases (ESG) bieten wir Ihnen auch ein Auswahlkriterium namens Heißlagerungstest an. In diesem Beitrag stellen wir die Bedeutung dieses Tests unter Berücksichtigung der technischen Eigenschaften von ESG prägnant für Sie dar.
Wie wird Einscheibensicherheitsglas hergestellt?
Die Basisprodukte für das ESG bilden, abhängig von Ihrer Konfiguration, Float- oder Ornamentgläser. Während der Herstellung werden die Gläser über einen festgelegten Zeitraum auf über 600 Grad Celsius in speziellen Öfen erhitzt. Dieser Produktionsschritt wird als Vorspannprozess bezeichnet. Unmittelbar nach dem Vorspannprozess findet eine schlagartige Abkühlung statt, welche mithilfe von kalter Luft erzeugt wird. Dieser Produktionsschritt führt dazu, dass die Oberfläche des Glases schneller abkühlt als der Scheibenkern. Infolgedessen verfügt das ESG über einen speziellen Eigenspannungszustand, welcher im Scheibenkern durch eine Zug- und an der Oberfläche durch eine Druckspannung zum Tragen kommt.
Worin unterscheidet sich ESG von Float- bzw. Fenstergläsern?
Obwohl das ESG nicht härter als Floatglas ist, verfügt es aufgrund der Eigenspannung über eine erhöhte Biege-, Stoß- sowie Schlagfestigkeit. Aufgrund der Vorspannung reagiert das wärmebehandelte Glas nur geringfügig auf größere Temperaturunterschiede. Die Temperaturwechselbeständigkeit liegt bei 200 Kelvin.
Warum kann Einscheibensicherglas im Nachgang nicht bearbeitet werden?
Die Bearbeitung von ESG, sei es das Schleifen der Kanten oder das Integrieren von Ausschnitten findet stets vor dem Vorspannprozess statt. Eine Bearbeitung im Nachgang ist nicht mehr möglich, da die Eigenspannung des Glases zu einem Bruch führen würde.
Wie äußern sich die Sicherheitseigenschaften von ESG?
Die Sicherheitseigenschaften kommen im Wesentlichen im Bruchfalle zum Vorschein. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften zerspringt das Glas im Bruchfalle zu kleinen Krümeln, deren Kanten relativ stumpf sind. Die Gefahr von Schnittverletzungen wird so in erheblichem Umfang reduziert.
Muss das ESG zwingend mit einem Stempel versehen werden?
Das ESG ist ein Bauprodukt. Laut der DIN EN 1215 werden gewisse Anforderungen an diese Glasart gestellt. Die obige Norm sieht u.a. vor, dass die Materialeigenschaften von ESG mithilfe eines eingeätzten Stempels gekennzeichnet werden. Der Stempel ist rund und wird im Regelfall in einer Ecke der Scheibe angebracht. Ab einer Stärke von acht Millimetern kann der Stempel auch auf einer Glaskante angebracht werden, die bspw. nicht im Sichtbereich liegt. Viele Kunden wünschen die Produktion aus optischen Gründen ohne Stempel, wobei darauf verwiesen sei, dass bei Ausführung dieses Wunsches sämtliche Garantieansprüche verloren gehen, da es sich nicht um ein geregeltes Bauprodukt handelt.
Warum sollte ein Heißlagerungstest durchgeführt werden?
Das Floatglas setzt sich aus verschiedenen Stoffen zusammen, nämlich aus Kalk, Sand und Soda. Leider sind in diesen Stoffen auch geringe Mengen an Nickel und Schwefel vorhanden. Verbindungen dieser beiden Substanzen werden Nickelsulfide genannt und können wegen ihrer zunehmenden Größe einen Spontanbruch des unter Spannung stehenden ESG bedingen. Spontanbrüche werden in der Regel nicht vom Hersteller reklamiert, da diese herstellungsbedingt auftreten können. Sie können diesem Risiko mit der Durchführung eines Heißlagerungstest entgegenwirken.
Wie gestaltet sich der Heißlagerungstest?
Die Bildung von Nickelsulfidverbindungen wird besonders durch Wärme begünstigt. Aus diesem Grunde wird das ESG nach der Herstellung bei dem sog. Heißlagerungstest (H-Test) einer erneuten Wärmebehandlung unterzogen und mehrere Stunden bei 280 bis 300 Grad Celsius gelagert. Mit dieser Methode sollen Spontanbrüche bewusst herbeigeführt werden. Übersteht die von Ihnen konfigurierte Scheibe diesen Test, ist das Risiko eines Spontanbruchs äußerst gering.

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