Floatglas: Die Grundlage für Ihre Glasplatte nach Maß


Plane sowie schlierenfreie Klarglasscheiben verdanken wir dem innovativen Floatglasverfahren, das in den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von A. Pilkington erfunden wurde. Klarglas, auch Floatglas genannt, ist ein facettenreicher Baustoff und zugleich das Basisprodukt für Sicherheits-, Isolier-, Spiegel- und Ornamentgläser.

Woraus besteht Klarglas?
Im Wesentlichen setzt sich Klarglas aus Quarzsand, Kalk und Natron zusammen, sodass dieses häufig als Kalknatronglas oder Silikatglas bezeichnet wird. Das folgende Diagramm zeigt Ihnen die genaue Zusammensetzung.

Warum schimmert Klarglas leicht grünlich?         
Der grünliche Schimmer wird durch Eisenoxide hervorgerufen, die sich häufig spurenhaft im Quarzsand befinden. Der Grünstich wird mit zunehmender Glasstärke intensiver und lässt sich leicht mit bloßem Auge erkennen. Gläser ohne Grünfärbung, geläufig unter dem Namen Weißglas bekannt, bestehen aus einem eisenoxidarmen Quarzsand.

Wie wird Floatglas hergestellt?
Floatglas wird in einer sog. Floatglasanlage per Floatingverfahren hergestellt. Eine Floatglasanlage ist bis zu 800 Metern lang und läuft wegen des kontinuierlichen Herstellungsprozesses bis zu fünfzehn Jahre lang permanent. Erst nach einem Abschalten wird eine Kaltreparatur vorgenommen. Das Floatingverfahren fußt auf fünf Produktionsschritten, die nachfolgend schematisch dargestellt sind.

Das GemengeBevor die oben genannten Rohstoffe miteinander vermischt werden, werden diese den Vorgaben entsprechend einzeln dosiert. Anschließend wandert das Gemenge über ein Rollenband zum Schmelzofen. Manche Glashersteller fügen diesem Gemenge Scherben hinzu, um den Schmelzvorgang zu optimieren.
  1. Die Schmelze
Anschließend wird das Gemenge in den Schmelzofen transportiert. In der Schmelzwanne, welche stets mit bis zu 2.000 Tonnen Glas gefüllt ist, herrscht etwa eine Temperatur von 1500 Grad Celsius vor, sodass das Gemenge schmelzen kann. Sobald der Schmelzprozess abgeschlossen ist, wandert das Glas mit einer Temperatur von circa 1100 Grad Celsius durch eine Läuterungszone hin zum Floatbad.
  1. Das Floatbad
Zinn ist ein Metall, dessen Schmelzpunkt bei rund 230 Grad Celsius liegt. Der Name Floatbad lässt sich von dem angewandten Prinzip ableiten. Die Glasschmelze schwimmt wegen ihres geringen Gewichts auf dem flüssigen Zinnbad. Die Oberfläche des Zinnbades ist völlig eben. Die darauf schwimmende Glasschmelze breitet sich durch äußere Heizeinflüsse auf dem Zinnbad aus und übernimmt dessen Oberflächeneigenschaften. Experten bezeichnen diesen Vorgang als Planparallelität. Dieser Floatprozess wird kontinuierlich betrieben, bis das Glas über eine Gleichgewichtsdicke von sechs Millimetern verfügt. Mithilfe von Toprolls lässt sich die gewünschte Glasstärke erzielen, denn die Zähflüssigkeit der Glasschmelze sowie die Ziehgeschwindigkeit sind ausschlaggebend für die Glasstärke. Je dünner ein Glas sein soll, desto schneller fahren die Rollen. Bei stärkeren Floatglasscheiben wird die Geschwindigkeit der Rollen minimiert. Der Glasstärkenwechsel ist sehr zeitintensiv, sodass er genauestens in die Produktionsabläufe eingetaktet wird.
 
  1. Die Kühlung
Nachdem das Glas beim Floating die gewünschte Stärke erhalten hat, wandert dieses in einen Rollenkühlofen, welcher ungefähr hundert Meter lang ist. Dort wird das Glas allmählich sowie schrittweise auf 60 Grad Celsius herabgekühlt. Dieses spannungsfreie Erstarren ermöglicht eine Weiterverarbeitung des Floatglas zu anderen Glasprodukten.
  1. Der Zuschnitt
Am Ende des Herstellungsverfahrens wird das Glasband mittels Lasern auf Fehler untersucht, damit diese sogleich entsorgt werden können. Sollten keine Auffälligkeiten vorhanden sein, wird das Glas auf das Standardmaß 600,0 x 321,0 cm zugeschnitten und gestapelt werden. Je nach Kundenwunsch können die Tafeln in weitere Maße geschnitten werden, damit diese möglichst handlich sind.

In welchen Stärken ist Floatglas erhältlich?
Floatglas ist in den Stärken zwei, drei, vier, fünf, sechs, acht, zehn, zwölf und fünfzehn Millimetern erhältlich. Aus Gründen des Transportbruchs versenden wir Floatglas jedoch erst ab einer Stärke von vier Millimetern. Sollten Sie Interesse an einem dünneren Floatglas haben, bitten wir Sie um Kontaktaufnahme via Formular, E-Mail oder Telefon.
Über welche technischen Eigenschaften verfügt Floatglas?
Das Floatglas bietet Ihnen aufgrund seiner planen Oberfläche eine schlierenfreie Durchsicht. Darüber hinaus ist es säure- sowie laugenbeständig. Das geruchsneutrale Glas ist zudem lichtdurchlässig.

Wofür kann Floatglas verwendet werden?
Für den privaten Gebrauch eignet sich Floatglas insbesondere für Möbelverglasungen. In Badezimmerschränken und Vitrinen können diese problemlos eingesetzt werden. Ferner sind viele Fenster in Gartenhäusern und Schuppen nur einfachverglast, sodass Sie im Bruchfalle bequem Ersatz bestellen können.

Wie kann Floatglas am besten gereinigt werden?
Obwohl das Floatglas Bakterien kaum eine Chance bietet, hinterlässt der Alltag doch seine Spuren. Die Glasscheibe können Sie mit handelsüblichen Glasreinigern und einem bevorzugten Tuch putzen. Der Oberfläche zuliebe sollten Sie in jedem Falle auf scharfkantige Hilfsmittel, wie Klingen und Stallwolle verzichten. Von stark säurehaltigen Reinigungsmitteln sollten Sie ebenfalls absehen.

© Contexterie
 

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