Toleranzen und Kantenversatz beim Glaszuschnitt

Die Fertigungstoleranzen von unseren Flachgläsern sind im Wesentlichen von drei Faktoren abhängig.

  • Größe der Scheibe
  • Glasstärke
  • Kantenbearbeitung
Sollten Sie eine Scheibe im Zuschnitt oder mit gesäumten Kanten bestellt haben, so beträgt die Fertigungstoleranz circa einen Millimeter. Die Scheibe dürfte pro Kante laut der gültigen DIN-Norm sowohl einen Millimeter kleiner oder größer sein als das von Ihnen hinterlegte Maß.
Bei Scheiben, die über polierte und geschliffene Kante verfügen, gelten folgende Regeln.
Ist die Kantenlänge kürzer als 100 Zentimeter, so darf die Abweichung maximal einen Millimeter ausmachen. An diesem Beispiel erläutert, könnte die Kante als 99,9 oder 100,1 Zentimeter lang sein.
Sofern Sie eine Scheibe bestellen möchten, deren Kante länger als 100,0 Zentimeter ist, beträgt die Toleranz einen Prozent der Kantenlänge. Angenommen Sie haben Interesse an einer 150,0 Zentimeter langen Scheibe, dann könnte diese der DIN Norm entsprechend über eine Kantenlänge von 149,85 oder 150,15 Zentimeter verfügen. Aufgrund der Tatsache, dass handelsübliche Zollstöcke und Maßbänder nur eine Nachkommastelle berücksichtigen, wirkt es häufig so, als wäre die Scheibe zwei Millimeter größer oder kleiner als ursprünglich bestellt.
Fertigungstoleranzen VSG aus 2 x ESG oder 2 x TVG
ESG und TVG lassen sich aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften nach Herstellung nicht mehr bearbeiten. Aus diesem Grund werden im ersten Produktionsschritt zwei Einzelscheiben nach Kundenvorgabe gefertigt. Nachdem die Scheiben gehärtet wurden, werden diese mithilfe spezieller Folien zu einem Verbund laminiert. Ein Nachteil dieses Herstellungsverfahrens besteht im sog. Kantenversatz, welcher beim Laminieren entstehen kann, wohl gemerkt nicht muss. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen eine detaillierte Übersicht zum maximalen Kantenversatz in Abhängigkeit zu den gewünschten Kantenlängen.
Kantenlänge in Zentimeter Maximaler Kantenversatz in Millimeter
kleiner als 100 2,0
kleiner als 200 und größer als 100 3,0
kleiner als 400 und größer als 200 4,0
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass ein vorliegender Kantenversatz, solange er das obige Maximalmaß nicht überschreitet, kein Reklamationsgrund darstellt, auch wenn es optisch nicht ansprechend ist.
Maß nehmen unter Berücksichtigung der Fertigungstoleranzen
Für manche Kunden sind die Fertigungstoleranzen uninteressant, da Abweichungen in diesem Millimeterbereich irrelevant für den Verwendungszweck sind. Sie sollten die Fertigungstoleranzen berücksichtigen, wenn Sie die Gläser für einen der folgenden Zwecke verwenden wollen.
  • Lichtausschnitte
  • Glaseinlegeböden
  • Glasduschen
  • Küchenrückwände
Prinzipiell sollten Sie die Fertigungstoleranzen beachten, wenn das Glas in eine bestehende Konstruktion eingebaut werden soll. Im Idealfall messen Sie den gewünschten Bereich aus und planen „ein bisschen Luft“ ein, wie wir sagen. Ziehen Sie von dem gemessenen Maß, auch lichtes Maß genannt, zwei bis drei Millimeter ab, damit Ihr konfiguriertes Glasprodukt eingesetzt werden kann. 

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